Feuerwehrpläne – eine Übersicht

15. February 2017
Feuerwehrpläne – Die Sicherheit im Ernstfall
Wenn in Gebäuden von Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen Feuer ausbricht, muss die Feuerwehr schnell helfen können. Damit die Feuerwehr rasch eine Übersicht über die räumlichen Gegebenheiten oder Gefahren (brennbare oder giftiger Stoffe) hat, sowie alle Personen schnell einen sicheren Weg nach draußen finden, ist für jeden Verwendungszweck ein entsprechender Plan zu erstellen. Die Pläne unterliegen Normvorschriften und sollen alle ein bis zwei Jahre überprüft werden. Der hier verwendete Name Feuerwehrplan hat sich auch im Baurecht etabliert. Daneben gibt es noch den für die Gebäudenutzer wichtigen Flucht- und Rettungsplan, in dem die Fluchtwege beschrieben sind. Der Flucht- und Rettungsplan ist besonders wichtig besonders bei ortsunkundigen Personen.
Wir unterscheiden Feuerwehrpläne nach ihrer Verwendung:
– Flucht- und Rettungsplan – zur Anbringung im Gebäude, zur Information für ortsunkundige Personen
– Feuerwehr Übersichtsplan – Hinterlegt bei der Feuerwehr, gibt Auskunft über Anfahrtswege, Hydranten außerhalb des Gebäudes, Lage der Brandmeldezentrale und die allgemeine Beschaffenheit von Gebäude und Umland.
– Feuerwehr Geschossplan – Hinterlegt in der Brandmeldezentrale des Gebäudes, Pläne zeigen für jedes Geschoss einzeln die relevanten Informationen für Lösch- und Evakuierungsmaßnahmen der Feuerwehr

– Feuerwehr Laufkarte – in größeren Gebäuden mit mehreren Abschnitten sind die Rauch- und Brandmelder in Meldegruppen unterteilt. Welche Meldegruppe ausgelöst hat, ist für die Feuerwehr am Informationstableau in der Brandmeldezentrale zu erkennen. Die Feuerwehrlaufkarten geben den detaillierten Weg durch das Gebäude an

Die Feuerwehr braucht den Feuerwehrpläne für ihre Rettungsmaßnahmen. Sie kann mit den Feuerwehrplänen ihre Einsatzkräfte für Brandorte und -objekte vorbereiten sowie ihn als Führungsmittel zur Orientierung und Beurteilung der Situation benutzen. Der Betreiber oder Eigentümer des Objekts (beispielsweise der Arbeitgeber) erstellt ihn und stimmt ihn mit der Feuerwehr. Die Pläne werden heute unter Berücksichtigung der Vorschriften und unter Anwendung der aktuellen Normen mit einer CAD-Software erstellt.

Die Brandschutzunterweisung und -übung
Damit die beschäftigten Personen und Mitarbeiter im Brandfall schnell und geordnet reagieren, sind sie zu unterweisen. Sie müssen die Pläne kennen und sich nach ihnen richten. Dazu sind auch regelmäßige Übungen mit dem Flucht- und Rettungsplan abzuhalten.
Die Verkehrswege und Fluchtwege sowie Notausgänge sind frei zu halten und müssen jederzeit benutzbar sein.
Der Arbeitgeber muss den Flucht- und Rettungsplan erstellen, wenn Lage des Betriebes oder seine Größe oder Art der Benutzung das nötig machen. Der Flucht- und Rettungsplan ist an geeigneten Stellen im Betrieb auszulegen sowie aufzuhängen. Die Brandschutzübung in geeigneten Abständen ist obligatorisch.

Der Flucht- und Rettungsplan
Es existiert immer ein erster und eine zweiter Rettungsweg mit den dazugehörigen, notwendigen Treppenräumen und Ausgängen, den notwendigen Fluren mit den erreichbaren Stellen für die Rettungsgeräte der Feuerwehr sowie der Fenster, die als Rettungsweg genutzt werden können. Die Sicherheitsfarben, Rettungs- und Brandschutzzeichen und die Form des Flucht- und Rettungsplans beschreibt die DIN ISO 23601.
Der Flucht- und Rettungsplan muss aktuell und übersichtlich sein, sowie lagerichtig an allen Standorten angebracht werden, damit die flüchtenden Personen sich orientieren können. Die Rettungs- und Brandschutzzeichen müssen den Normen entsprechen. Neben den Fluchtwegen sind weiterhin mittel zur Brandmeldung (Druckknopfmelder, Telefone), sowie Mittel zur Brandbekämpfung (Feuerlöscher, Wandhydranten) eingezeichnet.
Das Format der Flucht- und Rettungspläne sollte mindestens A3 betragen – während der Gebäudemaßstab 1:100 betragen sollte. Auf dem Grundriss muss die Sammelstele sofort erkennbar sein. Das Material des Planes muss witterungsbeständig und fluoreszent sein.

Typische Mängel im Flucht- und Rettungsplan und in der Umsetzung
Wenn der Flucht- und Rettungsplan zu viele Details zeigt, ist er unübersichtlich und im Brandfall nicht hilfreich. Manchmal ist die Ausrichtung falsch oder der Standort versteckt und nicht zu finden. Der Plan ist nicht bekanntgemacht und nicht in Übungen praktisch umgesetzt worden. Fluchtwege sind nicht verfügbar oder verbaut.
Übungen bei speziellen Fluchtwegen sind vergessen worden.

Die Feuerwehrpläne
Für die Einsatzkräfte sind Feuerwehrpläne in Anlagen erforderlich, in denen viele Personen arbeiten, die in Gefahr geraten können. Das ist bei außergewöhnlichen großen Objekten und/oder brandempfindlichen Gebäuden der Fall. Die Feuerwehrpläne braucht man ebenso bei Objekten, die durch Bauweise oder Nutzung, beispielsweise Lagerung gefährlicher Stoffe, besonders gefährdet sind, oder wenn die Löschwasserversorgung zu gering ist.

Feuerwehrlaufkarte nach DIN 14675
Für den Feuerwehreinsatz ist die Feuerwehrlaufkarte neben dem Geschossplan und dem Feuerwehrübersichtsplan besonders wichtig im Einsatz.
Die Feuerwehrlaufkarte ist ein Hilfsmittel der Einsatzkräfte der Feuerwehr. Sie orientiert die Feuerwehrleute, den ausgelösten Brandmelder aufzufinden. Damit kann der Brandort schnell lokalisiert werden. An einer Brandmelderzentrale muss schnell sowie eindeutig die Position jedes automatischen und manuellen Brandmelders, sowie eines jedes Löschbereiches ortsfester Löschanlagen, der ausgelöst hat, angezeigt werden.

Die Feuerwehrlaufkarte wird griffbereit in der Brandmelderzentrale aufbewahrt.
Auf der Vorderseite der Feuerwehrlaufkarte ist in einem Grundriss des Gebäudes der Fußweg von der Brandmelderzentrale oder der Anzeige- sowie Bedieneinrichtung bis zur ausgelösten Meldergruppe dargestellt, wie sie im Geschossplan gezeichnet ist. Auf der Rückseite der Feuerwehrlaufkarte steht ein Detailplan zur Lokalisierung des Brandortes mit dem Namen des Meldebereiches sowie der räumlichen Zuordnung der einzelnen Melder bereit. Wenn auf der Feuerwehrlaufkarte auf den kürzesten Weg zur Meldegruppe hingewiesen wird, rettet die Feuerwehrlaufkarte im Brandfall Leben. Pro Meldegruppe gibt es eine separate Feuerwehrlaufkarte.

Feuerwehr Geschossplan
Für jedes Geschoss ist ein Geschossplan erforderlich. Im Geschossplan des Erdgeschosses sieht die Feuerwehr auch die Umgebung und Straße, den Weg für die Anfahrt und Hydranten. Im Grundriss eines jeden Geschossplanes sind Bandmelder und Rauchabzugsvorrichtungen sowie Sprinkler eingezeichnet. Horizontale und vertikale Rettungswege werden im Geschossplan farblich in Grün dargestellt.

Feuerwehrübersichtsplan
Der Feuerwehrübersichtsplan soll der Feuerwehr eine Übersicht bieten über ein Gebäude oder einen Gebäudekomplex mit seinen Nachbarn, Straßen und Gewässern und der Umgebung für die Anfahrt, um erforderliche Maßnahmen schnell einzuleiten. Die Zufahrt ist klar gekennzeichnet und die besonderen Gefahrenstellen sind im Feuerwehrübersichtsplan in Rot eingefärbt und mit dem passenden Gefahrensymbol versehen. Zum Feuerwehrübersichtsplan sind manchmal weitere Ausschnittpläne nötig. Der Feuerwehrübersichtsplan ist ebenfalls – wie der Flucht- und Rettungsplan und Geschossplan im Computer hinterlegt. So können der Feuerwehrübersichtsplan und die anderen Pläne bei Bedarf vervielfältigt werden. Für den raschen Zugang zu verschlossenen Räumen findet sich im Feuerwehrübersichtsplan der Ort des Schlüsseldepots für die Feuerwehr. Weiterhin sind die Anschlüsse für Fernwärme, Wasser und Gasversorgung sowohl im Geschossplan (beispielhaft im Kellergeschoss) und im Feuerwehrübersichtsplan enthalten.

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